Anforderungen an ein NAS

Immer wieder mal möchte ich ein paar Dinge ausprobieren, ohne dass ich sie direkt auf ein produktives NAS-System installiere. Beim Ausprobieren besteht immer die Gefahr, dass etwas schief läuft – und durch solche Experimente möchte ich meine wichtigen Daten nicht gefährden. Daher habe ich aus Bauteilen, die noch in irgendwelchen Kisten lagen, ein kleines Test-NAS gebaut.

Wie unterscheidet sich nun ein Test-NAS von einem normalen NAS? Ganz grob kann man sagen, dass die Funktionalität die Gleiche ist, die Non-Funktionalität jedoch nicht! Dazu ein kleiner Exkurs in das Anforderungsmanagement, bzw. Requirements Engineering: Funktionale Anforderungen beschreiben WAS ein System tut und Non- oder Nicht-Funktionale Anforderungen beschreiben, WIE ein System etwas tut.

Funktionale und Nicht-Funktionale Anforderungen

Funktionale und Nicht-Funktionale Anforderungen

Für ein NAS bedeutet das zum Beispiel:

  1. Funktionale Anforderung: „Samba-Shares als Windows-Netzlaufwerke zur Verfügung stellen“ – Nicht-Funktionale Anforderung: „Für 10 Nutzer gleichzeitig“.
  2. Funktionale Anforderung: „Daten auf internen Festplatten speichern“ – Nicht-Funktionale Anforderung: „Mindestens einfach redundant“

Durch die obigen Beispiele kann man den Unterschied schon deutlich erkennen: Die funktionale Anforderung „Samba-Shares als Windows-Netzlaufwerke zur Verfügung stellen“ kann entweder sehr einfach zu erfüllen sein – bei einer handvoll Nutzern. Oder sie kann sehr schwer zu erfüllen sein, wenn man das für 100.000 Nutzer gleichzeitig machen muss.
Gleiches gilt für die Beispiel-Anforderung 2: „Daten auf internen Festplatten speichern“ – kann man soweit machen wie man möchte – „Mindestens einfach redundant“ bedeutet aber, dass jede Datei zweimal auf einer internen Festplatte gespeichert sein muss. Dies könnte man zum Beispiel mit einem RAID 1 erreichen.

Es sind also die Nicht-Funktionalen Anforderungen an das System, die einen wesentlichen Unterschied für die Hardware machen. Um einfach mal ein paar Funktionen auszuprobieren, bastle ich also ein Test-NAS mit unkomplizierten Non-Funktionalen Anforderungen. Das hilft, zu verstehen wie Dinge funktionieren und wo Fallstricke liegen.

Ein NAS-System im produkten Einsatz hat allerdings andere Nicht-Funktionale Anforderungen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier ein paar, die mir wichtig sind:

  • Doppelte Speicherung aller Daten
  • Regelmäßige, automatische Backups
  • 2-10 Nutzer
  • Robustes Betriebssystem
  • ECC-Speicher zur Vermeidung von Datenfehlern im RAM
  • Unterbrechungsfreie Stromversorgung
  • Energiesparender Betrieb
  • usw.

Auf all‘ das verzichte ich bei dem Test-NAS. Hier will ich nur einzelne Funktionen ausprobieren.

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Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Sind diese Anforderungen für den professionellen oder privaten Einsatz? ECC-RAM und USV hören sich eher nach Profi-Einsatz an.

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    • Hallo!

      Ich dachte es eigentlich für den privaten Einsatz. Gut – über eine USV kann man streiten. Aber konsistente Daten sind im privaten Umfeld auch sehr wichtig – gerade weil sich der private Nutzer nicht so gut mit Backup-Konzepten und Datenwiederherstellung auskennt. In meinem privaten Auto habe ich ja auch einen Airbag, obwohl ich kein Rennfahrer bin 😉

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  2. Hallo Kai,

    Vielen Dank für die guten Beschreibungen. Ich plane auch ein nas zusammen zustellen. Gibt es die Möglichkeit über ein nas einen TV Tuner zu betreiben? Man sagte mir bis jetzt immer, dass man dazu ein ausgefeilteres Betriebssystem benötigt? Ich würde gern nas und Mediaserver miteinander kombinieren und alles zentral steuern.

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    • Hi Christoph!

      Je nachdem wie du das System baust, kannst du entweder problemlos oder gar nicht einen TV Tuner betreiben 😉 Es kommt wirklich auf’s Betriebssystem an. Nutzt du Windows, ist es einfach. Nutzt du eine NAS Distribution ist es nahezu unmöglich. Und bei einem Server-Betriebssystem (z.B. Ubuntu Server) kommt es darauf an… an der Stelle wäre es wichtig, dass du dich vorab informierst ob der Chip deines TV Tuners vom Betriebssystem unterstützt wird. Von der Hardware her könnte es wie mein Multimedia ITX NAS aussehen. Das ist nicht für den 24/7-Betrieb ausgelegt, aber wenn du das nicht benötigst, kannst du dich ganz gut an diesen Vorschlag halten.

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