Energieverbrauch des Banana Pi NAS

Banana Pi Stromverbrauchsmessung - Versuchsaufbau

Versuchsaufbau

Nachdem ich nun ein neues Energiemessgerät besitze (ELV Energy Master Basic) konnte ich endlich den Verbrauch des Banana Pi korrekt messen. Hierzu habe ich das Mini-NAS an das Messgerät angeschlossen und dann verschiedene Belastungstests gemacht. Das folgende Bild zeigt den Versuchsaufbau:

Banana Pi Stromverbrauchsmessung - Versuchsaufbau

Banana Pi Stromverbrauchsmessung – Versuchsaufbau

Als Netzteil habe ich ein „normales“ NoName-USB-Netzteil mit max. 2 Ampere Stromstärke und damit max. 10 Watt Leistung verwendet. Die verbrauchsarmen Modi (Idle mit und ohne Festplatte), in denen sich das NAS die meiste Zeit befindet, habe ich zusätzlich noch mit einem Markennetzteil (Anker Steckdosen Ladegerät mit PowerIQ Technologie, 36W / 5V / 7.2A / 4x USB) getestet. Interessanterweise war der Verbrauch mit diesem Netzteil niedriger – Details hierzu weiter unten.

 

Szenarien und Energieverbrauch

Booten

Der Energieverbrauch beim Booten schwankt deutlich, er befand sich während der Messungen jedoch immer irgendwo zwischen 3,7 und 4,3 Watt.

Szenario Energieverbrauch
Booten (min.) 3,7 Watt
Booten (max.) 4,3 Watt

Idle mit und ohne schlafender Festplatte

Den Idle-Zustand in dem der Rechner nichts zu tun hat, habe ich in verschiedenen Ausprägungen gemessen. Einmal mit Festplatte im normalen Modus und einmal mit Festplatte im Schlaf-Modus. Darüber hinaus habe ich diese Messung mit zwei verschiedenen Netzteilen gemacht – einmal mit dem NoName-Netzteil mit 5V, 2A, 10W und einmal mit einem Markennetzteil der Firma Anker mit 5V, 7,2A, 37W. Interessanterweise ist der Energieverbrauch mit dem Anker-Netzteil zwischen 7-8% niedriger als mit dem NoName-Netzteil. Das lässt auf eine höhere Effizienz des Netzteils schließen, auch wenn die Einsparung effektiv nur bei 0,2-0,3 Watt liegt.

Szenario Energieverbrauch
Idle (NoName-Netzteil) 3,7 Watt
Idle (Anker-Netzteil) 3,4 Watt
Idle (Schlafende Festplatte / NoName-Netzteil) 2,8 Watt
Idle (Schlafende Festplatte / Anker-Netzteil) 2,6 Watt

Maximale Rechenleistung

Um die maximale Rechenleistung zu erreichen habe ich ein kleines Python-Programm geschrieben, das die Zahl Pi auf ein paar tausend Nachkommastellen berechnet. Um beide CPU-Kerne des Systems auszulasten, lies ich das Programm zweimal gleichzeitig laufen. Der Screenshot von Putty, das top auf dem Banana Pi ausführt, zeigt dass die maximale CPU-Auslastung von 100% erreicht wurde.

Banana Pi Load

Banana Pi Load

Szenario Energieverbrauch
Maximale Rechenleistung 5,2 Watt

Maximale Datenübertragung

Um den Stromverbrauch bei maximaler Datenübertragung zu testen habe ich wie schon im Artikel NAS Benchmark das Programm LAN Speed Light verwendet. Konkret habe ich eine Datei mit 2.000 MByte auf das Banana Pi NAS schreiben und wieder lesen lassen.

Banana Pi LAN Speed

Banana Pi LAN Speed

Die Werte unterscheiden sich, je nachdem ob man auf die SD-Karte oder die Festplatte schreibt. Schreiben / Lesen von der Festplatte benötigt natürlich mehr elektrische Leistung als der gleiche Vorgang von der SD-Karte.

Szenario Energieverbrauch
Maximale Datenübertragung (SD-Karte) 4,8 Watt
Maximale Datenübertragung (Festplatte) 5,8 Watt

Maximale Rechenleistung und Datenübertragung

An dieser Stelle habe ich die Kombination aus maximaler Rechenleistung und Datenübertragung noch ausprobiert um zu testen, was der wirkliche maximale Verbrauchswert des NAS ist.

Szenario Energieverbrauch
Maximale Rechenleistung und Datenübertragung (Festplatte) 6,2 Watt

Zusammenfassung

Die Verbrauchswerte des Banana Pi NAS schwanken zwischen 2,6 Watt (Idle, Schlafende Festplatte, Anker-Netzteil) und 6,2 Watt (Maximale Rechenleistung und Datenübertragung auf Festplatte, NoName-Netzteil). Damit ist der Energieverbrauch des Systems aus meiner Sicht für ein NAS wirklich sehr niedrig. Die folgende Tabelle zeigt die zusammengefassten Verbrauchswerte:

Banana Pi Energieverbrauch

Banana Pi Energieverbrauch

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Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Kai

    Mein BananaPi ist nicht schneller unterwegs als der RaspberryPi, und das mit GigabitEthernet und Sataanschluss!
    Woran das wohl liegen mag?

    Antworten

    • Hi Toni,

      was heißt denn „nicht schneller“ bei dir? Übertragungsrate? Latenz? Rechenleistung? Bei welchen Protokollen? SMB, FTP, etc.? Und in welchem Umfeld? LAN (Gigabit, Fast Ethernet, Switches, Hubs, Router) oder WLAN? Und mit was für einem System misst du die Geschwindigkeit?

      Viele Grüße
      Kai

      Antworten

  2. Auf dem Linux Rechner mit dem Dateimanager Thunar, z.B. ein Video auf die Samba-Freigabe kopieren oder umgekehrt. Ich eine 2.5″ Festplatte am Sataport, und ein USB Stick angeschlossen. Mit sftp zeigt mir thunar 10MB/s
    Ich versteh das mit dem Gigabit nicht…

    Antworten

  3. Wenn das Medium, was dran ist, nicht so schnell schreiben kann, dann bringt dir ein Gigabit nichts. Du kannst also Daten bis zum Medium mit 1 Gigabit versenden, jedoch kann das Medium es nicht so schnell lesen und dann dauert das.

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