Sehr günstiges Mini-NAS mit Banana Pi

Oft werde ich gefragt, wie günstig ich ein NAS zusammenstellen kann. Ich habe mich der Herausforderung gestellt und ein Mini-NAS für ca. 150,- EUR zusammengestellt. Natürlich darf man von dem System keine Wunder erwarten, aber es ist ein vollwertiges NAS mit folgenden Eigenschaften:

  • Basis des Systems ist der Banana Pi- Kleinrechner
  • Als Festplatte kommt eine Western Digital Red 2,5″ mit 750 GByte zum Einsatz
  • Natürlich verzichtet das System bei diesem Preis auf ECC-RAM und RAID
  • Der Stromverbrauch ist im Dauerbetrieb lediglich maximal 10 Watt

In einem anderen Artikel hatte ich geschrieben, dass der Raspberry Pi für mich als NAS nicht in Frage kommt. Das lag vor allem an dem fehlenden SATA-Port und daran, dass er nur Fast Ethernet kann. Diese Einschränkungen hat der Banana Pi nicht – er hat einen SATA-Port und er kann Gigabit Ethernet. Daher eignet sich der Banana Pi sehr gut als Basis für mein Mini-NAS. Für alle Interessierte, befindet sich unten im Artikel die Stückliste des Systems und in den folgenden Artikeln beschreibe ich den Aufbau.

Bauteilliste

 

Leistung

Während meiner NAS Benchmarks habe ich auch dieses System einem Leistungstest unterzogen. In dem genannten Beitrag beschreibe ich den genauen Versuchsaufbau hier nur die für das Banana Pi NAS relevanten Ergebnisse (alle Werte in MBit/sec):

 2 MByte20 MByte200 MByte2000 MByte
Lesen225262310232
Schreiben220248291272

Wunder kann man von dem System sicherlich nicht erwarten. Aber für ein so kleines, günstiges System bringt es doch ordentliche Transferleistungen. Um einen HD-Film live zu streamen reicht die Performance allemal.

Banana Pi NAS Benchmark

Banana Pi NAS Benchmark

Vorstellung des Banana Pi

Hier wird der Banana Pi selbst nochmals im Detail vorgestellt

Banana Pi als NAS

Aufbau des Mini-NAS

In diesem Artikel werden die Komponenten und der Zusammenbau des Mini-NAS beschrieben.

Banana Pi als NAS

 Einrichtung der Festplatte

Dieser Artikel beschreibt, wie man die SATA-Festplatte im Bananian-Betriebssystem des Banana Pi einbindet.

SATA-Festplatte an Banana Pi

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Kommentare (15) Schreibe einen Kommentar

  1. Hi, ich würde gerne wissen ob ein Banana Pi NAS für mich das richtige ist. Ich würde das NAS nur gelegentlich zum Musik oder Filme streamen anmachen und würde es danach gerne am liebsten per Handy runterfahren bzw. hochfahren, also so, dass die Festplatte wirklich aus ist, weil ich gerne ne ganz normale 4TB Desktop Platte benutzen würde die ich gerade rumliegen habe. Dann hab ich noch ne Frage und zwar ob es ne ca. gleich teure Lösung wie mit nem PI gibt, die aber mehr leistet, immerhin ist der PI ja recht klein und eig müsste es die gleiche Hardware in groß doch in günstiger geben oder?

    Antworten

    • Hi Peter!

      Ob der Banana Pi für dich das richtige ist, weiß ich natürlich auch nicht. Das kannst nur du wissen.

      Zum Thema automatisch an- und ausschalten: Die Konstruktion, die ich beschreibe, ist dank der WD RED für den Dauerbetrieb ausgelegt. Um das automatische An- und Ausschalten habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Tatsächlich kann man den Banana Pi auch nicht wirklich ausschalten – es sei denn, man trennt ihn vom Netz. Der Pi hat keinen Schalter. Somit erübrigt sich auch Wake-On-LAN. Denn hat der Pi Strom, dann ist er an, hat er keinen ist er aus. Das ist simpel. In sofern könnte man das automatische An- und Ausschalten zum Beispiel über Funk- oder Zeitschaltsteckdosen regeln. Ist nicht die feine englische Art, den Pi immer so hart auszuschalten, arg viel dürfte allerdings auch nicht passieren. In dem Fall würde ich allerdings keine Red-Platte verwenden – die könnte das häufige harte An- und Ausschalten übel nehmen.

      Zum Thema größeres System: Woran mangelt es dir beim Banana Pi? CPU-Power? SATA-Ports? Übertragungsleistung? Wieviel benötigst du?

      Viele Grüße
      Kai

      Antworten

  2. Danke für die schnelle Antwort 🙂 Also ich würde am liebsten 2 Filme gleichzeitig (am besten in HD) im Heimnetzwerk streamen und die Option auf WOL haben. Ich habe mal rumgeschaut und jetzt diese Komponenten gefunden:
    Prozessor: Intel Celeron G1840
    Motherboard: Gigabyte GA-B85M-D2V
    Gehäuse (mit Netzteil): Chieftec Elox HT-01
    RAM: 2 mal 2 GB DDR 3 RAM (den ich noch habe)
    Festplatte: 1 bis 2 4TB externe Desktop-Festplatten
    Raid brauche ich ja eigentlich nicht, weil ein RAID ja nicht das klassische Backup ersetzt und mir das eigentlich das wichtigste ist. Kann man die Komponenten so kaufen oder gibt es was auzusetzen bzw. was günstigeres oder besseres zum gleichen Preis?

    Antworten

    • Also die reine Datenübertragung sollte mit dem Banana Pi kein Problem sein – immerhin macht das System zwischen 200-300 MBit/sec Übertragungsrate. Echtzeit-Dekodierung ist dabei allerdings natürlich nicht drin. Das was du beschreibst ist ein NAS aus Consumerbauteilen. So einen Bauvorschlag gibt es hier bisher noch nicht, weil diese Teile nicht für den Dauergebrauch ausgelegt sind. Ich denke aber mal drüber nach so einen Bauvorschlag zu entwerfen.

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  3. Also im Prinzip soll das NAS das gleiche wie das hier können: [Synology Diskstation 115] ich dachte nur ein Eigenbau hat ne bessere Preis/Leistung.

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    • Hi Peter,

      ich bezweifle, dass du die gleiche Leistung günstiger bekommst als in dem genannten Synology. Selbstbau ist meistens teuerer als fertig – dafür eben flexibler und besser an deine Bedürfnisse angepasst.

      Viele Grüße
      Kai

      Antworten

  4. Hallo Kai,

    wie kommst du auf die Übertragungswerte?
    Ich schaffe per FTP oder NFS nur 8MB/s (quasi 64Mbit/s).
    Deine Leistung schaffe ich bei weitem nicht.

    Welches Image hast du genommen?
    Was hast du sonst noch so installiert/eingestellt, um auf solche Werte zu kommen?

    Gruß sandro

    Antworten

    • Hallo Sandro,

      ich habe nichts besonderes installiert – auf meinem Banana Pi läuft ein Standard Bananian Linux mit Linux Kernel 3.4 / basierend auf Debian Wheezy 7.9. Samba ist in der Version 3.6.6 installiert. Den weiteren genauen Versuchsaufbau und -ablauf findest du im Artikel NAS Benchmark. FTP und NFS habe ich dort allerdings nicht getestet – nur SMB, da ich in meinem internen Netz weder FTP noch NFS benötige.

      Grüße
      Kai

      Antworten

      • Übertaktet oder sonstwas gemacht?

        Ich hab auch Bananian am laufen, aber mehr als 8,4 MB/s schaffe ich nicht.
        Dabei habe ich den PC direkt an die Banane angeschlossen, um eventuelle Switch-Problematiken aus dem Weg zu gehen.

        Antworten

        • Hi!

          Nein, ich habe nichts übertaktet – das Teil läuft so ganz normal. Deine Werte klingen wie Übertragungswerte in einem 100 MBit-Netzwerk. Kann es sein, dass deine Netzwerkkarte im Rechner auf 100 MBit begrenzt ist? Das passiert bei weniger guten Chips (z.B. Realtek) manchmal. Je nach deinem Betriebssystem kannst du das für den Netzwerkchip konfigurieren. Ich nutze für meine Rechner ausschließlich Intel-Netzwerkchips, bzw. -Karten. Mit denen habe ich die besten Erfahrungen gemacht.

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  5. Hallo Kai!

    Ein wirklich sehr interessanter Blog, von dem ich mir auch noch das ein oder andere abgucken konnte! Vielen Dank, dass du dir die Mühe machst! Gerade den Banana-Mini-NAS finde ich sehr spannend!

    Meine Frage: Du schreibst ja, dass man keine Wunder erwarten darf, das System aber durchaus für Streaming innerhalb des Hauses ausreicht. Langt die Leistung des Banana Pi denn auch für meine Time-Machine Backups, die ich auf dem NAS via LAN ablegen würde?

    Viele Grüße!

    Antworten

    • Hi Sascha,

      danke für das Lob 🙂

      Die Performance des Banana Pi reicht aus um Time-Machine Backups abzulegen. In diesem Artikel hier zeige ich meine Messungen der Leistungen des Systems. Das System schreibt mit ca. 250 MBit/sec, das sind ca. 30 MByte/sec. Hast du auf deinem Mac nun 100 GByte an Daten, dann wird das erste Backup vermutlich ca. 1 Stunde dauern – allein von der Netto-Datenübertragungsrate her gerechnet. Meiner Erfahrung nach dauert es aber länger – einfach weil Time Machine Backups bei mir immer prinzipiell lange dauern 😉

      Viele Grüße
      Kai

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      • Hallo Kai!

        Vielen Dank für deine Antwort!

        Ja, ich gehe auch davon aus, dass das erste Backup deutlich länger dauern wird – allein schon, weil in Form des Routers ein kleines Bottleneck zwischen NAS und Macbook steht. Aber dann lässt man das Backup halt an einem Sonntagnachmittag erstellen, der sollte dafür genügend Zeit hergeben… 😉

        Viele Grüße
        Sascha

        Antworten

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