NAS Betriebssystem

Wer ein NAS selber bauen möchte, benötigt ein NAS Betriebssystem. Bei einem fertigen NAS Server wie zum Beispiel von Synology oder QNAP sind die Betriebssysteme bereits vorgegeben (Synology DSM, bzw. QNAP QTS). Im Gegensatz dazu hat man bei einem NAS Eigenbau oder auch bei einem Mini-NAS auf Basis eines Raspberry Pi oder seinen Verwandten die Qual der Wahl.

Auswahlkriterien

Zuallerst muss die Software natürlich zu Ihrer Hardware und zu Ihren Anforderungen passen. Es macht zum Beispiel wenig Sinn, einen VMWare vSphere Hypervisor auf einen Raspberry Pi mit 2 Gigabyte RAM zu installieren. Daher zeigen wir in den nachfolgenden Artikeln welches Betriebssystem für welche Art von NAS Server geeignet ist.

Anforderungen an ein NAS Betriebssystem

Auf welche Anforderungen und technischen Spezifikationen sollten Sie nun achten, wenn Sie ein Betriebssystem für Ihr NAS auswählen:

Arbeitsspeicher

Man kann NAS Server in verschiedenen Varianten bauen. Darunter sind Systeme mit sehr wenig (1-2 GByte) oder sehr viel (mehr als 32 GByte) Arbeitsspeicher. Der Arbeitsspeicher (= RAM) ist in zweierlei Hinsicht von Bedeutung:

  1. Er limitiert die Anzahl der Anwendungen, die auf dem NAS betrieben werden können.
  2. Er bestimmt welches Dateisystem verwendet werden kann.

Diese Aspekte sollten Sie berücksichtigen, denn zum Beispiel setzt FreeNAS auf das ZFS Dateisystem, welches mindestens 8 GByte RAM benötigt und diese Distribution somit für kleinere NAS Server ausschließt.

Hardware-Architektur Kompatibilität

Die NAS Betriebssysteme setzen auf unterschiedliche Basis-Betriebssysteme auf – und diese Systeme sind unterschiedlich kompatibel zu verschiedener Hardware. Meistens nutzen die Systeme Linux, welches zu einem sehr breiten Spektrum von Hardware kompatibel ist. Gelegentlich wird aber auch FreeBSD verwendet, das zwar ein sehr stabiles und performantes System ist, dafür aber nicht ganz so kompatibel zu verschiedener Hardware.

Erweiterbarkeit

Einzelne Distributionen erfüllen lediglich Basisfunktionalitäten, während andere eine komplette Plattform für Erweiterungen zur Verfügung stellen. Diese Erweiterbarkeit sollten Sie beachten – je nachdem für welche Anwendugnen Sie ihr NAS selber bauen möchten. Ein NAS als einfacher Fileserver benötigt keine massive Erweiterbarkeit. Sobald Ihr NAS aber einen flexiblen Cloudspeicher ersetzen soll, dann freuen Sie sich über eine Erweiterbarkeit mit einfachen Apps.

Installationsort

Einige NAS Betriebssysteme benötigen komplette separate Laufwerke, andere können zusammen mit den Daten auf der gleichen Platte installiert werden. Wählen Sie ein Betriebssystem, das zur Ihrer geplanten Hardware passt oder planen Sie separate Platten, SSDs oder USB-Sticks für die Installation mit ein!

Kriterien an hier ausgewählte Betriebssysteme

Grundsätzlich können für Ihr Eigenbau NAS beliebige Betriebssysteme verwendet werden. Jedoch sind einige besser geeignet als andere. Ein Windows Home Edition würde ich nicht auf meinem NAS einsetzen weil es nicht zuverlässig genug das tut was ich möchte. Ein vollständiges Ubuntu würde ich auch einem NAS auch nicht einsetzen, weil ich auf dem Server keine grafische Oberfläche benötige. Wichtig ist mir hingegen, dass ich eine Weboberfläche habe, mit der ich den NAS Server von einem anderen Rechner aus administrieren kann.

Das zweite wesentliche Kriterium hier ist, dass das Betriebssystem für private Nutzer kostenlos ist. Dieses Blog richtet sich vorwiegend an private Nutzer, daher diese Einschränkung. Ich kann nicht garantieren, dass auch der kommerzielle Einsatz der hier vorgestellten Systeme kostenlos ist – das müssen Sie im Einzelfall im Detail prüfen. Dennoch weise ich darauf hin, wenn für ein Betriebssystem kommerzieller Support (der bei professionellem Einsatz wichtig sein kann), verfügbar ist.

Zusammenfassung: Kriterien der hier vorgestellten NAS Betriebssysteme

  • Die Betriebssysteme sind grundsätzlich für den Einsatz auf einem NAS geeignet.
  • Die Betriebssystem sind für private Nutzung kostenlos

Ausgeschlossene Betriebssysteme

Folgende Betriebssysteme habe ich mir angesehen, aber hier absichtlich ausgeschlossen und nicht weiter betrachtet:

  • XPEnology ist ein Bootloader für das System Synology DSM. Es bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone, daher rate ich davon ab.
  • NexentaStor: wirbt mit einer freien Community Edition. So frei die Edition jedoch nicht. Sie limitiert den HDD-Speicher auf 10 TB und für den Download muss man seinen Wohnort mit Land, Ort und Strasse angeben. Diese Angaben werden auch überprüft. Das gefällt mir nicht.
  • OpenFilerDas System ist technisch massiv veraltet. Ich kann den Einsatz nicht empfehlen.

Betrachtete NAS Betriebssysteme

NAS Betriebssystem Quadrant

NAS Betriebssystem Quadrant

  • Veröffentlicht in: NAS Betriebssystem