NAS Distributionen

NAS Distributionen sind besondere Betriebssysteme (meist auf Basis von Linux oder FreeBSD), die besonders für den Einsatz auf NAS-Systemen zugeschnitten sind. Hierzu wurden die Distributionen auf das Wesentliche reduziert und danach um Dinge ergänzt, die für den Betrieb eines NAS besonders hilfreich sind (wie eine Web-Administrationsoberfläche).

Einige NAS-Distributionen lassen sich komfortabel in Form von „Plugins“ erweitern – so dass erweiterte Funktionalität hinzugefügt werden kann. Darüber hinaus kann man natürlich auch auf der Betriebssystemebene eingreifen, dadurch geht jedoch meist der Komfort der Integration in die Web-Oberfläche der NAS-Distribution verloren. Gemeinsames Merkmal aller hier vorgestellten NAS Distributionen ist, dass sie Open Source sind und der Einsatz den Endnutzer nichts kostet. Darüber hinaus ist für einige Distributionen kostenpflichtiger Support (z.B. für den professionellen Einsatz) erhältlich.

Nicht alle NAS-Distributionen sind für alle Typen von NAS-Systemen gleich gut geeignet – daher liefere ich in dieser Übersicht eine – zugegeben subjektive – Einschätzung für den optimalen Einsatzzweck der jeweiligen Distribution. Wer andere Erfahrungen gemacht hat, ist gerne dazu eingeladen, seine Meinung in den Kommentaren dieses Artikel festzuhalten.

 

FreeNAS

Technische Basis FreeBSD
Projekt Homepage http://www.freenas.org/
Entwickler iXSystems, San Jose, CA, USA
Kommerzieller Support erhältlich Ja

Einschätzung
FreeNAS ist eine ausgereifte Distribution auf Basis von FreeBSD. Die Besonderheit der Distribution ist die Verwendung des ZFS-Dateisystems und die Erweiterbarkeit durch Plugins. FreeBSD ist ein ziemlich stabiles Betriebssystem, allerdings ist die Hardwareunterstützung nicht so breit wie bei Linux. Vor dem Bau eines FreeNAS-Systems sollte man sich genau über die unterstütze Hardware auf der Projekt-Homepage informieren.

Weitere Details siehe: NAS Distribution: FreeNAS

 

NAS4Free

Technische Basis FreeBSD
Projekt Homepage http://www.nas4free.org/
Entwickler NAS4Free Project
Kommerzieller Support erhältlich Nein

Einschätzung
Das heutige NAS4Free ist das eigentliche OpenSource-Projekt, das früher FreeNAS hieß und aus dem das heutige FreeNAS hervorgegangen ist. Wie bei FreeNAS gilt – NAS4Free basiert auf FreeBSD. Das heißt: Die Hardwareunterstützung ist nicht so breit wie bei Linux und man sollte sich auf der Projekt-Homepage genau darüber informieren, ob die gewünschte Hardware unterstützt wird oder nicht.

Weitere Details siehe: NAS Distribution: NAS4Free

 

OpenMediaVault

Technische Basis Debian Linux
Projekt Homepage http://www.openmediavault.org/
Entwickler Volker Theile, Deutschland
Kommerzieller Support erhältlich Nein

Einschätzung
OpenMediaVault basiert auf Debian Linux, welches eine sehr breite Vielfalt von Hardware unterstützt. Nur auf Grund dieser Tatsache kommt OpenMediaVault auch als NAS-Distribution für das Banana Pi Mini NAS infrage. Siehe hierzu auch: OpenMediaVault auf dem Banana Pi NAS installieren. Einen kommerziellen Support für das System gibt es nicht – allerdings lässt es sich mit zahlreichen Plugins erweitern.

Weitere Details siehe: NAS Distribution: OpenMediaVault

 

Openfiler

Technische Basis rPath Linux
Projekt Homepage https://www.openfiler.com/
Entwickler Openfiler Ltd., London, UK
Kommerzieller Support erhältlich Ja

Einschätzung
Die Openfiler Distribution ist technisch nicht die neueste, allerdings ist sie ziemlich ausgereift und kommt mit sparsamer Hardware aus (500 Mhz CPU und 256 MByte RAM). Ihr Fokus liegt vor allem auf reinen Storage-Funktionen (NFS, SMB/CIFS, WebDAV, FTP und iSCSI).

Weitere Details siehe: NAS Distribution: Openfiler

 

Rockstor

Technische Basis Cent OS
Projekt Homepage http://rockstor.com/
Entwickler RockStor, Inc., San Francisco, CA, USA
Kommerzieller Support erhältlich Ja

Einschätzung
Rockstor ist ein sehr junges NAS-System das auf dem ausgereiften Cent OS 7 Linux basiert. Die Besonderheit an Rockstor ist die Verwendung des Dateisystems btrfs. Dieses bringt eine Menge Features mit, die für NAS-Systeme sehr interessant sind. So kann man zum Beispiel RAIDs auf Dateisystemebene realisieren oder einfach Snapshots des Dateisystems machen, weil es ein CoW (= Copy-on-Write) Dateisystem ist.

Weitere Details siehe: NAS Distribution: Rockstor

XPENology

XPENology ist eine Grauzone. Technisch ist XPENology ein Fork des Betriebssystems für Synology Diskstations. Nur mit dem Unterschied, dass dieser Fork auch auf Hardware läuft, die nicht von Synology gebaut wurde. Technisch ist das interessant bis grenzwertig: Man kann nicht sicher sein, dass das Betriebssystem mit der gewünschten Hardware funktioniert. Juristisch ist es nicht erlaubt, solch einen Fork zu erstellen, aber Synology scheint das Ganze aktuell zu dulden. Auf Grund dieser beiden Unsicherheits-Vektoren (Läuft es mit meiner Hardware? Wie lange duldet es Synology?) würde ich das System nicht auf einem produktiven NAS-System einsetzen – ganz unabhängig von den Features und der Faszination an der technischen Machbarkeit.

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Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. schöne Übersicht, nur ist NAS4Free kein Fork, sondern das ursprüngliche FreeNAS.

    „Some users assume that NAS4Free is a “fork” of FreeNAS. This is absolutely NOT the case. NAS4Free is the direct continuation of the original FreeNAS code that was under development from 2005 till 2011 under the name FreeNAS.

    After the FreeNAS name was legally acquired by iXsystems, Inc. (year 2011), the code was unable to be developed any longer under the same brand name, for this a name change was necessary. The founder of FreeNAS (Olivier Cochard-Labbé) donated us the copyright protected source code that IXsystems could not use to release. IXsystems forbid us to release new builds based on the original code under their brand name. Because of the code copyright that was not handed over to IXsystems a full rewrite for FreeNAS was needed. FreeNAS by IXsystems was born on May of 2011. To continue our only option was to leave the FreeNAS project after so many years and to start under our own name NAS4Free.“ und was jetzt OMV ist, so kommt Volker auch ursprünglich von diesem „FreeNas Projekt“.

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