NAS Server – welche gibt es?

Überblick

Der richtige NAS Server ist nicht für jeden der gleiche. Welcher für Sie der optimale ist, kommt einerseits auf Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten, andererseits auf Ihre Anforderungen an.

Dieser Artikel soll einen Überblick darüber liefern, welche Arten von NAS Servern auf dem Markt verfügbar sind, ihre Vor- und Nachteile aufzeigen und beschreiben für wen sie geeignet.

Netzwerkfestplatten

Diese Systeme arbeiten nach dem Motto „Anschließen & Loslegen“. Sie werden komplett fertig mit allem dran und drin gekauft und müssen zum Loslegen nur noch mit der Steckdose oder dem Netzwerk verbunden werden. Eine Netzwerkfestplatte ist dann das richtige System, wenn Sie sich über Ihr NAS keine großen Gedanken machen möchten und einfach losstarten wollen. Der Preis dieser Einfachheit ist die geringe Flexibilität. Sie können eine Netzwerkfestplatte selten erweitern oder vergrößern. Wenn Ihnen das genügt, dann finden Sie mehr Informationen in der Kategorie: Netzwerkfestplatten.

Netzwerkfestplatte: Western Digital My Cloud

Netzwerkfestplatte: Western Digital My Cloud

Dedizierte NAS Server

Dedizierte NAS Server sind der Einstieg in die Welt der NAS Server. Sie bestehen aus Hardware, die auf den Einsatz als NAS spezialisiert ist und sind damit für diesen Zweck sehr gut geeignet. Sie sind flexibler als die Netzwerkfestplatten, da Sie selbst wählen können, welche und wie viele Festplatten Sie einbauen. Ein wichtiges Merkmal diese Systeme sind die „Bays“ – das bezeichnet die Einschübe für Festplatten. Bei einem 2-Bay-System können Sie 2 Festplatten einbauen, bei einem 4-Bay-System 4. Meistens können Sie bei diesen Systemen auch die Verwendungsart (RAID-Level) der Festplatten auswählen (über ein Web-Interface). Diese Systeme werden meist ohne Festplatten geliefert – diese müssen separat hinzugekauft werden. Der Einbau von Festplatten in solche Systeme gestaltet sich sehr leicht – eine bebilderte Anleitung dazu finden Sie im Artikel: Festplatten in eine Synology Diskstation einbauen.

Die dedizierten NAS Server gibt es in allen Größenordnungen vom 1-Platten Tischgerät bis zur Maschine mit 36 Festplatten. Die Tischgeräte mit 1-4 Festplatten sind für den Heimnutzer am Besten geeignet – alles darüber sind professionelle NAS Server für Unternehmen.

Die Systeme stellen einen guten Kompromiss zwischen Konfigurierbarkeit und Einfachheit dar. Wer mit bis zu 4 Festplatten auskommt und nicht allzuviel Zeit mit Aufbau und Wartung des Systems verbringen möchte, ist mit einem NAS Server aus dieser Kategorie, der sein Betriebssystem auch immer gleich mitbringt, gut ausgestattet. Je nachdem wie Sie Ihren NAS Server nutzen, finden Sie hier die richtige NAS Festplatte.

Weitere Informationen zu diesen Systemen finden Sie in der Kategorie: Dedizierte NAS Server.

Synology Diskstation DS216+II

Synology Diskstation DS216+II

Server Barebones

Falls ein dedizierter NAS Server den eigenen Anforderungen an Flexibilität und Performance nicht genügt, dann kommen die Server Barebones ins Spiel. Das sind kleine, professionelle Server, die vielerlei Aufgaben erfüllen können, jedoch auch für den Zweck als privater NAS Server in Frage kommen. Die Systeme sind weitgehend fertig und müssen meist nur noch mit Festplatten bestückt werden. Im Gegensatz zu den dedizierten NAS Servern können bei diesen hier aber auch noch weitere Komponenten ausgetauscht werden. Mehr Arbeitsspeicher oder eine neue CPU sind gar kein Problem.

Wie man einen solchen Server bestückt, zeige ich im am Beispiel des Dell Poweredge T20 im Artikel: Festplatten in Dell PowerEdge T20 einbauen. Neben dem Dell Poweredge T20 gibt es in dieser Klasse noch den relativ günstigen und sehr beliebten HP Microserver Gen 8.

Neben der Hardware muss man sich in dieser Klasse allerdings auch noch um die Software kümmern. Infrage kommen hierfür entweder reine Server Betriebssysteme oder für den Betrieb als NAS Server angepasste NAS Distributionen.

Dell Poweredge T20 Server

Dell Poweredge T20 Server

Eigenbau NAS Server

Hat man Spaß am Basteln, oder sind auch die NAS Server Barebones für die eigenen Ansprüche nicht flexibel genug, dann kommt nur noch der Eigenbau NAS Server infrage. Dieser ist besonders dann interessant, wenn mehr als 4 Festplatten gebraucht werden – denn diese Menge können auch die Server Barebones nicht mehr aufnehmen.

Beim Eigenbau NAS Server hat man die völlige Freiheit was die Zusammenstellung der Komponenten angeht (bei Hardware wie Software). Daher befinden sich auf diesem Blog einige verschiedene Varianten, die zum Modifizieren und Anpassen an die eigenen Vorstellungen einladen. Für ein NAS Server ist es nicht unbedingt wichtig, die neuesten und schnellsten Prozessoren einzusetzen daher kann es tatsächlich sinnvoll sein, auf eine ältere CPU-Generation zurück zu greifen. Hier sind die Kinderkrankheiten ausgemerzt, Treiber sind seltener ein Problem und der Preis ist auch noch günstiger.

Neben den Eigenbau-Modellen mit Server-Hardware, die für den Dauerbetrieb gemacht sind, kann man einen NAS Server auch aus Consumer Hardware bauen. Dieser ist dann für den Gelegenheitsbetrieb geeignet und kann sinnvoll sein, wenn das System nicht rund um die Uhr laufen muss. Für beide Varianten eignen sich als Betriebssystem sowohl Server Betriebssysteme wie auch NAS Distributionen.

Multimedia Mini ITX NAS: Die Bauteile in der Übersicht

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Einplatinen NAS Server

Wirklich nur für die, die Spaß daran haben, das technisch Mögliche auszutesten, sind die Einplatinen NAS Server. Beim Bauvorschlag für solch ein Mini-NAS kommt allerdings nicht der Raspberry Pi, sondern aus technischen Gründen ein „Cousin“ – der Banana Pi zum Einsatz. Der Banana Pi hat im Gegensatz zum Raspberry Pi eine SATA-Schnittstelle und einen Gigabit Ethernet Port. Das macht aus der kleinen Platine natürlich noch keinen Hochleistungsserver, aber für einen wirklich kleinen NAS Server genügt das. Auf der Projektseite finden sich zahlreiche Artikel rund um das System.

Mini NAS Server auf Basis des Banana Pi

Mini NAS Server auf Basis des Banana Pi

NAS als Zusatzfunktion von Routern

Mehr und mehr bekommen auch Geräte, die eigentlich nichts damit zu tun haben, wie zum Beispiel Internet-Router, eine gewisse NAS-Zusatzfunktionalität. Da die Hardware dieser Systeme nicht für den NAS-Betrieb gemacht ist, sind sie allerdings nur bedingt geeignet und können höchstens als allererster Einstieg in die NAS-Welt betrachtet werden. Geräte, die solche Zusatzfunktionalität haben, sind zum Beispiel die Fritz!Boxen von AVM. Hier schließen Sie zum Beispiel einen USB-Stick an und erweitern die Fritz!Box so um NAS Funktionalität.

Guten Gewissens empfehlen kann ich dieser Funktion allerdings nicht. Bei mir hat sich das immer wieder als fehleranfällig und vor allem bahnbrechend langsam herausgestellt. So macht NAS keinen Spaß.

Fritz!Box 7490

Fritz!Box 7490

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