Netzwerkfestplatten Vergleich: My Cloud, Diskstation und Timecapsule

Netzwerkfestplatten Vergleich: Alle Kandidaten im Gruppenfoto

Dieser Netzwerkfestplatten Vergleich stellt Systeme für Einsteiger gegenüber und testet sie auf Ihre Funktionalität, Leistung und Bedienbarkeit. Doch welches ist das richtige System? Der Test zeigt die Vor- und Nachteile der gängigen Netzwerkfestplatten und spricht eine Empfehlung aus, welche für wen am Besten geeignet ist.

 

Die Kandidaten des Netzwerkfestplatten Vergleich

Western Digital My Cloud

Netzwerkfestplatte: Western Digital My Cloud

Netzwerkfestplatte: Western Digital My Cloud

Der erste Testkandidat ist die Western Digital My Cloud. Konkret war das Modell mit 2 TeraByte Speicher im Test. Die installierte Festplatte in diesem System ist eine Western Digital Red. Western Digital bewirbt seine My Cloud Netzwerkfestplatten vor allem mit der Anbindung an die eigene Cloud. Dieses Feature kann genutzt werden, es kann jedoch auch darauf verzichtet werden. Ohne die Anbindung an die Western Digital Cloud, ist die My Cloud eine einfache Netzwerkfestplatte, die schnell in Betrieb genommen werden kann.

 

 

Apple Timecapsule

Netzwerkfestplatte: Apple TimeCapsule

Netzwerkfestplatte: Apple TimeCapsule

Kandidat Nummer 2 ist die Apple Timecapsule. Das Modell im Test besitzt ebenfalls 2 TeraByte Speicher. Die Netzwerkfestplatten von Apple erfüllen 3 verschiedene Zwecke: Erstens sind die Systeme WLAN Access Points. Zweitens sind es von Apple empfohlene Ziele für die macOS-eigene Backup-Software TimeMachine. Und drittens können die Timecapsules auch als normale Netzwerklaufwerke verwendet werden (auch von Windows-Rechnern aus). Die in diesem Gerät verbaute Festplatte ist eine Western Digital Green.

 

Synology Diskstation DS115

Netzwerkfestplatte: Synology Diskstation DS115

Netzwerkfestplatte: Synology Diskstation DS115

Der dritte Kandidat im Netzwerkfestplatten Vergleich ist die Synology Diskstation DS115. Es ist ein aktuelles Modell der kleinsten NAS Server von Synology. Sie ist in dem Sinne mit den beiden anderen Kandidaten vergleichbar, als dass sie ebenfalls nur einen Einbauschacht für eine Festplatte hat. Im Unterschied zu den anderen beiden kommt sie jedoch nicht als komplett fertiges System. Bei dieser Netzwerkfestplatte muss die eigentliche Festplatte erst noch eingebaut werden. Das eröffnet einerseits mehr Möglichkeiten bei der Wahl der Festplatte, ist andererseits aber mit mehr Aufwand verbunden bis es mit dem Betrieb losgehen kann. Der Einbau der Festplatten bei Synology ist nicht schwer: Jeder, der mit einem Kreuzschlitzschraubendreher umgehen kann, kann das. Die im hiesigen Test verbaute Festplatte ist eine HGST Deskstar NAS.

 

Funktionsumfang

Die folgende Auflistung zeigt tabellarisch ausgewählte Funktionsmerkmale der drei Testkandidaten:

Merkmal WD My Cloud Apple Timecapsule Synology DS115
Festplatten 1 1 1
Ein-/Ausschalter nein nein ja
Gigabit Ethernet ja ja ja
WLAN nein ja nein
USB 3.0 ja ja ja
Externe HDD per USB ja ja ja
Netzteil extern intern extern
Einrichtungssoftware ja ja ja
Verwaltungssoftware nein ja nein
Web Interface ja nein ja
Windows Laufwerk (SMB) ja ja ja
Media Streaming (DLNA) ja nein ja
Timemachine Support ja ja ja
Cloud Anbindung ja nein ja
Dateisynchronisierung ja nein ja
Erweiterbar durch Apps nein nein ja

Leistungstests

Ich habe die Netzwerkfestplatten zum Vergleich an ein Gigabit Ethernet Netzwerk angeschlossen und dann den Datendurchsatz überprüft. Der Versuchsaufbau ist dabei ähnlich zu dem im Artikel NAS Benchmarks. Lediglich Windows 7 kommt nicht mehr zum Einsatz, weil heute alle meine Rechner auf Windows 10 laufen. Für den Leistungsvergleich habe ich jeden Test von jedem Rechner aus mindestens 5 mal ausgeführt. Danach wurde der Durchschnittswert ermittelt und hier übernommen. So konnte ich sicherstellen, dass einzelne Ausreißer keinen großen Effekt haben. Folgende Ergebnisse habe ich ermittelt (Alle Werte in Megabit pro Sekunde):

Netzwerkfestplatten: Benchmark

Netzwerkfestplatten: Benchmark

Lesen

Testdaten WD My Cloud Apple Timecapsule Synology DS115
2 MByte 650 198 809
20 MByte 834 197 904
200 MByte 646 229 921
2000 MByte 803 204 889

Schreiben

Testdaten WD My Cloud Apple Timecapsule Synology DS115
2 MByte 547 152 639
20 MByte 628 170 737
200 MByte 626 174 692
2000 MByte 550 180 626

Anhand dieser Leistungsdaten enttäuscht die Apple Timecapsule wirklich sehr. Sie ist in diesem Netzwerkfestplatten Vergleich sogar langsamer als das Banana Pi NAS, das wirklich nur einen Bruchteil der Timecapsule kostet. Das schnellste System ist die Synology Diskstation, die mit einem Maximalwert beim Lesen von 921 Megabit pro Sekunde schon sehr stark an der Leistungsgrenze eines Gigabit-Ethernet-Netzwerks kratzt. Im Mittelfeld, aber immernoch mit guten Werten, liegt die Western Digital My Cloud.

Bedienbarkeit

Western Digital My Cloud

Netzwerkfestplatte: Western Digital My Cloud (Rückansicht)

Netzwerkfestplatte: Western Digital My Cloud (Rückansicht)

Die Western Digital My Cloud muss nach dem Kauf lediglich auspackt und mit Strom und Netzwerk verbunden werden (beide Kabel liegen bei). Danach benötigt man eine Software, die von der Western Digital Homepage heruntergeladen werden kann. Mit Hilfe dieser Software (Download-Link) wird die My Cloud initial eingerichtet. Abwarten, bis die LED dauerhaft blau leuchtet! Ist die My Cloud eingerichtet, dann wird sie per Browser verwaltet. Merken Sie sich die IP-Adresse, die beim Einrichten angezeigt wird!.

Western Digital My Cloud: Webinterface

Western Digital My Cloud: Webinterface

Weitere Detailinformationen finden Sie im Benutzerhandbuch der Western Digital My Cloud.

Apple Timecapsule

Netzwerkfestplatte: Apple TimeCapsule (Rückansicht)

Netzwerkfestplatte: Apple TimeCapsule (Rückansicht)

Die Apple Timecapsule kommt in einer sehr schönen Verpackung zusammen mit einem Stromkabel, aber ohne Netzwerkkabel. Zur Inbetriebnahme kann sie über WLAN oder per Netzwerk angesprochen werden. Die Timecapsule selbst hat kein Webinterface. Die Bedienung und Konfiguration erfolgt ausschließlich über eine App auf macOS (das Airport Dienstprogramm). Reine Windows-Nutzer haben das Nachsehen. Zwar kann man die Timecapsule, wenn sie einmal eingerichtet ist, auch als Netzlaufwerk unter Windows nutzen, das Einrichten selbst muss aber mit macOS (oder einer iOS-App) geschehen.

Airport Dienstprogramm

Airport Dienstprogramm

Synology Diskstation DS115

Netzwerkfestplatte: Synology Diskstation DS115 (Rückansicht)

Netzwerkfestplatte: Synology Diskstation DS115 (Rückansicht)

Die Synology Diskstation kommt als Leergehäuse zusammen mit Strom- und Netzwerkkabel, aber ohne Festplatte. Wie oben schon erwähnt muss die gewünschte Festplatte vor Inbetriebnahme selbst eingebaut werden (siehe: Installationsanleitung). Läuft die Hardware, dann kann die Software (der Disk Station Manager) in Betrieb genommen werden. Das kann entweder direkt über das Webinterface geschehen (siehe: Synology NAS Benutzerhandbuch) oder ebenfalls per Software mit dem sogenannten Synology Assistant. Diesen finden Sie im Downloadzentrum der Synology Homepage).

Der Disk Station Manager ist mittlerweile eine wirklich gute Software um ein NAS zu verwalten. Er bietet zahlreiche Einstellmöglichkeiten, mit denen Anfänger allerdings auch überfordert sein können. Weiterhin lässt sich die Netzwerkfestplatte durch Apps im Disk Station Manager umfangreich erweitern, zum Beispiel um Mailserver, Wikis, CRM-Software, etc. Das sind sehr viele, teilweise auch professionelle Features, die für einen Einsteiger eventuell zu viel sind – dem fortgeschrittenen Nutzer aber viel Freude bereiten.

Synology Diskstation Manager

Synology Diskstation Manager

Fazit und Empfehlung

Egal ob Windows oder macOS-Nutzer: Nach den Ergebnissen des Leistungstests in diesem Netzwerkfestplatten Vergleich rate ich von der Apple Timecapsule grundsätzlich ab. Die Geschwindigkeit des Systems ist unterirdisch. Und obwohl die WLAN-Antennen des Systems sehr stark sind, leidet es dennoch an den sehr wenigen Features. Jede bessere Fritz!Box übertrifft die WLAN-Möglichkeiten der Timecapsule (z.B.: Zeitgesteuertes Ein- und Ausschalten des WLANs). Auch bei den reinen NAS-Features, wie Netzwerklaufwerken sind die Fähigkeiten der Timecapsule sehr beschränkt. Selbst für reine Apple Nutzer, die auf die Software Timemachine setzen, kommen auch die anderen beiden Testkandidaten infrage, weil sie beide ebenfalls Timemachine unterstützen.

Ob die Western Digital My Cloud oder die Synology Diskstation DS115 die bessere Wahl ist, kommt auf den Nutzer an. Für erfahrene Nutzer würde ich die Synology Diskstation empfehlen, weil sie mehr Performance und die bessere Erweiterbarkeit bietet. Für technisch wenig versierte Nutzer und absolute NAS Einsteiger ist die Western Digital My Cloud eine gute Wahl. Hier ist zwar die deutsche Übersetzung des Webinterface noch nicht wirklich gut, aber man kommt zurecht.

Falls Sie mehr Informationen zum Thema Netzwerkfestplatten suchen, finden Sie auf dieser Website auch noch den Artikel: Netzwerkfestplatte: Das NAS für Einsteiger, der viele Grundlagen zu diesem Thema erörtert. Ebenfalls die Netzwerkfestplatten Marktübersicht, mit der Sie sich jederzeit einen Überblick über die aktuellen Preise und Verfügbarkeiten von Netzwerkfestplatten verschaffen können. Denn letztendlich ist die Wahl des richtigen Systems auch eine Preisfrage!

Netzwerkfestplatten Vergleich: Alle Kandidaten im Gruppenfoto

Netzwerkfestplatten Vergleich: Alle Kandidaten im Gruppenfoto

Gefällt Ihnen dieser Artikel? Sagen Sie es weiter!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.